Fakten und Zahlen aus Gunslebens Geschichte

Mit Zeichnungen von Herbert Schinke zusammengestellt von Dietmar Buchholz

1112    Erste urkundliche Erwähnung Gunslebens in der Namensform „Gundesleve“ in einer Schenkungsurkunde, in der vermerkt ist, dass die Edle Thietburg dem ein Jahr zuvor in Hamersleben gegründeten Augustiner-Kloster eine Hufe Land in der Feldflur Gunslebens schenkte.

 

1141    Ersterwähnung einer Kirche, erbaut auf Boden, den das Kloster Hamersleben zur Verfügung stellte.

 

1178    Bestätigung der Schenkung aus dem Jahre 1112.

 

1250    Das Bistum Halberstadt belehnt die Ritter Heinrich und Friedrich von Alvensleben mit dem Zehnten von Gunsleben.

 

1305 bis 1365: Mehrere Pestepidemien fordern auch in Gunsleben ihre Opfer.

 

1314    Bischof Albrecht von Halberstadt (1303 - 1324) überlässt den Zehnten von Gunsleben dem Kloster Mariental bei Helmstedt.

 

1339    Das Kloster Mariental tritt im Tausch gegen den Bornstedter Zehnten den Zehnten von Gunsleben an das Erzbistum Magdeburg ab. Dieses wiederum überließ den Bornstedter Zehnten dem Bistum Halberstadt  und belehnt die Herren von Buschekeste mit dem Zehnten von Gunsleben.

 

1360    Gunsleben bleibt weiter im wechselnden Besitz frühmittelalterlicher Herrengeschlechter (Edelfreier) und wird von Bischof Ludwig II. von Halberstadt (1357 - 1366) an Werner von Bodendieck verlehnt.

 

1368    In einer gemeinsamen Aktion des Domkapitels Magdeburg und des Bistums Halberstadt wird das Schloss des Werner von Bodendieck nahe Gunslebens zerstört, weil Bodendieck Räuberei betreibt. Das Schloss wird nicht wieder aufgebaut, Gunsleben fällt an das Erzbistum Magdeburg.

 

1370    Die Herren von Buschekeste verkaufen den Zehnten von Gunsleben an die Herren von Bartensleben.

 

1384    Das Erzbistum Magdeburg belehnt die Herren Siegfried und Degenhard von Eichendorf (Eikendorp) mit Gunsleben.

 

1390    Kurt III von der Asseburg (1345 - 1399) erpfändet vom Erzbistum Magdeburg Gunsleben. Damit beginnt die Grundherrschaft der Asseburger.

 

1453    Bernd IV von der Asseburg (1389 - 1459), Sohn Kurt III., wird lt. Asseburger Urkundenbuch von Erzbischof Friedrich III. von Magdeburg (1445 - 1464) mit Dorf und Gericht Gunsleben belehnt.

 

1458 bis 1479  Amtszeit des Bischofs Gerhard von Halberstadt, der seinen Verwandten Friedrich von Hoym mit dem Zehnten von Gunsleben belehnt. Unklar ist, wie der Zehnte von Gunsleben nach der Belehnung der Herren von Eichendorf mit diesem vom Erzbistum Magdeburg an das Erzbistum Halberstadt und schließlich an die Herren von Veltheim gelangte.

 

1459    Jakob II (1447 - 1487) und Hans II. (1450 - 1489), Söhne Bernds des IV., erben gemeinsam den väterlichen Besitz.

 

1472    Teilung des Besitzes, Gunsleben fällt an Hans II.

 

1489    Gunsleben geht auf Bernd VI (1481 - 1518) über, den Sohn Hans II. Dieser, unverheiratet geblieben und kinderlos gestorben, bevollmächtigt zu Lebzeiten seinen Vetter Ludwig II (1485 - 1515) in Erbangelegenheiten.

 

1499    Laut Inschrift Guss oder Anschaffung der kleineren Kirchenglocke in der Kirche Gunslebens, finanziert vom Kloster Hamersleben. Die Anschaffung der bereits vorhandenen größeren Glocke ist nicht genau datiert. Im Schrifttum zu den Streitigkeiten zwischen dem Kloster Hamersleben und den Asseburgern aus dem Jahre 1543 wird erwähnt, dass es in Gunsleben noch Leute gäbe, die wüssten, wann diese Glocke angeschafft wurde.

 

1515    Johannes VIII. von der Asseburg (1508 - 1567) wird nach dem Tode seines VatersLudwig II. rechtmäßiger Miterbe Gunslebens.

 

1524    Lübbert von Schüttorp, Pfarrer in Gunsleben, tritt zur Lehre Luthers über.

 

1534    Das Bistum Halberstadt belehnt offiziell Johannes VIII. und Heinrich III. von der Asseburg (1529 - 1573) gemeinsam mit Gunsleben.

 

1543    Johannes VIII. tritt zum Protestantismus über, konfisziert den dem Kloster Hamersleben gehörenden Kirchenacker und teilt diesen unter den Bauern Gunslebens gegen Abgaben zur Eigennutzung auf. Johannes VIII. ist der erste Landedelmann im Bistum Halberstadt, der sich zu Luthers Lehren bekennt. Seinem Übertritt folgen die Einwohner Gunslebens, das damit zur ersten protestantischen Gemeinde im Bistum Halberstadt wird. Dies löst einen Dauerstreit zwischen dem Kloster Hamersleben und den Asseburgern aus, der erst 1804 durch die Säkularisation des Klosters beendet wird.

 

1550    Johannes VIII., der für den bis dahin minderjährigen Heinrich III. dessen Besitz mitverwaltet hatte, übergibt diesem den Großteil des asseburgschen Besitzes, bleibt Grundherr von Gunsleben.

 

1564    Anlässlich einer Kirchenvisitation kritisiert der Beauftragte des Bistums Halberstadt, dass Priester und Patron zwar katholisch, Gemeinde und Gutsherrschaft jedoch  evangelisch wären.

 

1563 bis 1577  Erneute opferreiche Pestepidemien.

 

1567    Tod Johannes VIII.

 

1573    Tod Heinrich III., die vier Söhne von Johannes VIII. erbberechtigt.

 

1575    Vertrag von Ampfurth und Aufteilung des asseburgschen Besitzes unter die Söhne. Gunsleben fällt an August I. (1545 - 1604), der auch Neindorf bekommt. August I. ist der Begründer der Neindorf-Falkensteiner Linie.

 

1576    Erstmals predigt mit Ruprecht Meinershagen ein von den Asseburgern ordinierter evangelischer Pfarrer in Gunsleben. Das verschärft den Streit zwischen dem Kloster und den Asseburgern, weil jede Partei das Recht für sich in Anspruch nahm, den Pfarrer zu ordinieren.

 

1577    August I. heiratet in zweiter Ehe die vermögende Anna von Alvensleben.

 

1591    Nach langem Streit zwischen dem Kloster und den Asseburgern bekommt Gunsleben sein eigenes Pfarrhaus.

 

1594    Tod von Ruprecht Meinershagen.

 

1594    Magister Johann Hueth aus Schöningen wird vom Kloster zum Nachfolger Meinershagens ernannt, während die Asseburger Friedrich Labor zum Pfarrer in Gunsleben ordinieren.

 

1598    Johann Hueth verlässt Gunsleben im Oktober.

 

1599    Friedrich Labor verzieht nach Schwanebeck. Pastor in Gunsleben wird Andreas Corvinus.

 

1604    Andreas Corvinus wird nach Hornburg berufen, Nachfolger und vom Bischof empfohlen wird Magister Friedrich Lastorp.

 

1604    Tod August I., sein Sohn Busso V. (1586 - 1646) wird Grundherr von Gunsleben.

 

1616    Lastorp erkrankt und kann das Pfarramt nicht mehr ausüben. Trotz  Protestes durch die Asseburger stellt das Kloster dem Lastorp Johann Gercke aus Helmstedt als Adjunkt zur Seite

 

1618    Nach dem Tode Lastorps wird Gercke Pastor in Gunsleben.

 

1618 bis 1648   Dreißigjähriger Krieg. Alle Hostien u.ä. werden nach Schöningen evakuiert, nach Ende des Krieges allerdings wieder zurückgeholt.

 

1624    Eine weitere Glocke für die Kirche Gunslebens zerspringt und wird an das Kloster Hamersleben zurückgegeben und in Magdeburg verkauft. Der Verkaufserlös wird geteilt, die Gemeinde Gunsleben erhält 130 Taler.

 

1626    Pfarrer Gercke stirbt, Capellan Ernst Richardi aus Schöningen wird Pfarrer in Gunsleben.

 

1626 bis 1636  Erneute Pestjahre.

 

1627    Beginn der Kirchenbuchführung.

 

1633    Ersterwähnung der Wassermühle, nacheinander im Besitz der Bürger Lettkau und Brand, schließlich im Besitz der Asseburger.

 

1646    Busso V. stirbt. Nach Aufteilung des Familienbesitzes unter seinen fünf Söhne fällt Gunsleben an Ludwig VII. (1622 - 1673).

 

1647    Einfall der Truppen des Herzogs von Weimar, der auf Seiten der Schweden kämpft. Die Schweden sollen angeblich eine Behelfsbrücke durch das Große Bruch gebaut haben.

 

1648    Der Westfälische Frieden beendet den Dreißigjährigen Krieg. Das Bistum Halberstadt wird säkularisiert und in ein weltliches Fürstentum umgewandelt . Es gehört fortan zum Kurfürstentum Brandenburg, dem späteren Königreich Preußen. Das Fürstentum Halberstadt gliedert sich in mehrere Landkreise, einer davon ist der Kreis Oschersleben.

 

1650    Rückkehr der zu Beginn des Krieges nach Schöningen evakuierten Hostien.

 

1659    Johann Quenstedt aus Oschersleben wird anstelle des altersschwachen Ernst Richardi Pfarrer in Gunsleben. Mit ihm beginnt die Zeit, in der in Gunsleben nur noch evangelische Pfarrer wirken.

 

1673    Nach dem Tode Ludwig VII. wird dessen Sohn Hieronymus Augustus (1664 - 1717) Grundherr von Gunsleben.

 

 

1717    Hieronymus Augustus stirbt. In direkter Erbfolge wird sein Sohn Ludwig Hans
(1700 - 1764) Grundherr von Gunsleben.

 

1725    Neubau eines Pfarrhauses in Gunsleben.

 

1736    Aussiedlung von 10 Kolonistenfamilien aus Üplingen, zwei Familien siedeln in Gunsleben neu. Daran erinnert der heutige Straßenname „Üpling“.

 

1737    Geburt von Samuel David Ludwig Henne, Sohn des Pfarrers Johann Sebastian Henne (Gunsleben).

 

1744    Gunsleben gibt sich ein Siegel. 

 

1747    Ludwig Hans erwirbt die Zehntrechte über Gunsleben für 7000 Taler für die Asseburger von den Herren von Veltheim.

 

1749    (2.12.) Erste zuverlässige Nachricht über die Besetzung einer Schule in Gunsleben durch Kantor Benjamin Lieber aus Stecklenberg bei Quedlinburg.

 

1753    Gunsleben wechselt den Eigentümer, nachdem Ludwig Hans seinen Besitz für 43 300 Taler mit dem Recht auf Rückkauf an Christoph Werner (1649 - 1761) aus der Ampfurth-Eggenstedter Linie verkaufte.

 

1754    Der neue Besitzer Gunslebens lässt das barocke Herrenhaus errichten, einen sehr schlichten Fachwerkbau mit einem einfachen Mansardendach.

 

1757    Die 1753 vereinbarte Rückkaufklausel wird gelöscht. Damit wird Christoph Werner endgültig Grundherr von Gunsleben.


1759    Der völlig überschuldete Christoph Werner von Asseburg verpachtet Gunsleben und zieht nach Halberstadt.

 

1759    Geburt E. S. Hennes, Sohn von S. D. L. Henne, der sich als bildender Künstler einen Namen machte.

 

1761    Im „Gunsleber Hausbuch“ sind alle Pflichten erfasst, die die Einwohner Gunslebens den Asseburgern gegenüber in Form von Frondiensten und Abgaben zu leisten haben.

 

1761    Christoph Werner von Asseburg stirbt und wird in der Kirche von Gunsleben beigesetzt. Sein Sohn Friedrich Heinrich (1752 - 1808) wird rechtmäßiger Erbe. Er veranlasst, dass seine Mutter Katharina Helene von Alvensleben nach ihrem Tode ebenfalls in Gunsleben beigesetzt wird.

 

1776    Erstauflage des Buches von S. D. L. Henne, Pastor in Gunsleben, mit dem Titel  „Anweisung wie man eine Baumschule von Obstbäumen im Großen anlegen und gehörig unterhalten sollte“. Dieses deutschlandweit erste und einmalige Buch über Zucht und Pflege von Obstbäumen erlebt noch weitere Auflagen. Zu den Verdiensten des Autors zählt auch die Zucht des Gunsleber Dickapfels sowie einer ertragreichen Haselnusssorte.

 

1777    Ein Feuer vernichtet 18 Wohnungen in der heutigen Oberen Bergstraße.

 

1785    (13.2.) Brand im Haus des Häuslings Andreas Heinemann.

 

1785    Gunsleben zählt 419 Einwohner.

 

1787    Angesichts der extrem hohen Verschuldung beabsichtigt Friedrich Heinrich, Gunsleben zu verkaufen. Das scheitert am Widerstand seiner Verwandtschaft aus der Neindorf-Falkensteiner Linie.

 

1795    Bau des Kirchturms.

 

1797    Einweihung der restaurierten Kirche.

 

1797 bis 1839   Lebenszeit des verdienten Lehrers und Kantors Pröhle, der sich vor allem einen Namen als Chronist machte.

 

 

1804    Säkularisation des Klosters Hamersleben.

 

1804    Friedrich Heinrich verlegt seinen Wohnsitz nach Blankenburg, sein ältester Sohn Maximilian Asche (1779 - 1851) übernimmt Gunsleben.

 

1806    Im Ergebnis des Friedens zu Tilsit fallen alle westelbischen Gebiete Preußens an das französisch beherrschte Königreich Westfalen. Gunsleben gehört verwaltungsmäßig fortan als Municipium zum Kanton Hamersleben im Distrikt Helmstedt, Departement Oker.

 

1808    Friedrich Heinrich stirbt in Blankenburg, sein Sohn Maximilian Asche veranlasst seine Beisetzung in der Kirche von Gunsleben.

 

1813    Im Verlaufe der Befreiungskriege avanciert Maximilian Asche zum Adjutanten des legendären Gebhard Leberecht Blücher, preußischer Feldmarschall (1742 - 1819), in die Geschichte eingegangen als Marschall Vorwärts.

 

1814    Einwohner pflanzen anlässlich des Sieges über Napoleon eine Eiche. Diese gedeiht in der Ortsmitte und steht unter Denkmalschutz.

 

1814    Maximilian Asche ehelicht Blüchers Tochter Friederike. Diese Ehe verläuft nicht glücklich und bleibt kinderlos. Stattdessen zeugt Maximilian Asche zwei Söhne und eine Tochter mit der im Schloss angestellten Mamsell Dorothea Warnecke.

 

1815    Siegreiches Ende der Befreiungskriege, Maximilian Asche wird dank seiner Verdienste und seiner Beziehungen zu Blücher in den Grafenstand erhoben.

 

1816    Das Königreich Preußen ordnet die Verwaltung seiner zurück- und dazugewonnenen Gebiete neu. Gunsleben gehört fortan zum Landkreis  Oschersleben in der Provinz Sachsen.

 

1829    Graf Maximilian Asche übernimmt für die Zeit vom 30.5.1829 bis 1.12.1830 kommissarisch im Kreis Oschersleben das Landratsamt. Er ist damit der einzige aus Gunsleben stammende Landrat.

 

1836    Graf Maximilian Asche veranlasst die Beisetzung seiner verstorbenen Mutter Charlotte in der asseburgschen Grabkammer der Kirche von Gunsleben.

 

1839    Graf August Ludwig I (1796 - 1869), jüngerer Bruder des Grafen Maximilian Asche,  lässt zu Ehren seiner Mutter die Kirche Gunslebens mit einem farbigen Wandfries verschönern.

 

1842    Ein Brand zerstört das Schulhaus Gunslebens.

 

1843    Eröffnung des Eisenbahnverkehrs auf der Strecke Oschersleben - Wolfenbüttel - (Braunschweig). Gunsleben wird Bahnstation und erhält im Folgejahr ein Bahnhofsgebäude.

 

1850    Tod von Marie Louise Josephine, Tochter des Grafen Maximilian Asche, die bereits testamentarisch als Erbin des asseburgschen Besitzes in Gunsleben vorgesehen war. Nach Änderung des Testaments wird Karl Maximilian Theodor, ältester Sohn des Grafen, Erbe des Besitzes.

 

1851    Tod des Grafen Maximilian Asche; Karl Maximilian Theodor, illegitimer Sohn des Grafen, wird von der Gräfin Friederike nobilitiert und kann sein Erbe antreten.

 

1860    Die Glockengießerei Engelcke (Halberstadt) gießt die größere der beiden Kirchenglocken um.

 

1861    Gunsleben zählt 629 Einwohner.

 

1870    Besetzung der 2. Lehrerstelle mit Schulamtskandidat Camin aus Gröningen.

 

1870    bis 1871 Deutsch-französischer Krieg. Laut Gedenktafel in der Kirche hat Gunsleben drei Gefallene zu beklagen.

 

1873    Sturmschaden an der Krausmann‘schen Bockwindmühle im Hohen Feld.

 

1875    Neubesetzung der 2. Lehrerstelle mit einem Schulamtskandidaten aus Barby.

 

1880    (1.3.) Der aus Gunsleben stammende Chr. Heine wird Mitglied des Gründerdirektoriums der Zuckerfabrik Oschersleben GmbH, nach der Bodezuckerfabrik Oschersleben GmbH, 1847 von der Familie Wrede gegründet, die zweite Zuckerfabrik Oscherslebens.

 

1880    Gründung des Gunslebener Männer-Gesang-Vereins

 

1880    Beginn des Baus der Landstraße zwischen Gunsleben und Aderstedt.

 

1882    Abriss der sturmgeschädigten Krausmann‘schen Bockwindmühle.

 

1883    Die „Halberstädter Sonntagszeitung“, sozialdemokratisch, hat in Gunsleben 22  Abonnenten.

 

1885    Gunsleben zählt 757 Einwohner.

 

1888    Gründung des Männer-Turn-Vereins (MTV) Gunsleben.

 

1891    Vollendung der Schlosserweiterung, Anbau eines Gebäudekomplexes mit spitzbehelmten Ecktürmen im neugotischen Stil.

 

1898    Karl Maximilian Theodor vererbt bereits zu Lebzeiten das Rittergut an seinen jüngeren Bruder Alexander, den Besitzer Neindorfs.

 

1899    Verpachtung des Rittergutes an die Zuckerfabrik Wackersleben mit einem Herrn Fritz als Verwalter.

 

 

1901    Verpachtung des Rittergutes an die Firma Friedrich Strube, Saatzucht, Schlanstedt. Verwalter wird der Major a.D. Ferstel und später Carl Heuer.

 

1902    Karl Maximilian Theodor verstirbt kinderlos.

 

1905    (28./29.05.) Gesangsfest anlässlich des 25jährigen Bestehens des Gunslebener Männer-Gesang-Vereins mit 29 Gesang-Vereinen aus der Umgebung.

 

1905    Gunsleben zählt 783 Einwohner.

 

1916    Das Rittergut wird an Sohn Busso vererbt, der im 1. Weltkrieg dient. Sein Bruder Maximilian verwaltet das Rittergut kommissarisch

 

1918    Busso fällt im ersten Weltkrieg. Das Rittergut geht an seinen Bruder Burchard über.

 

1918    Eine Gedenktafel in der Kirche Gunslebens erinnert an 25 Gefallene und vier Vermisste des 1. Weltkrieges.

 

1921    (14. - 15.10) In Gunsleben werden 8 landwirtschaftliche Betriebe bestreikt. Die Landarbeiter fordern die Entlassung des Jagdaufsehers Nehls und des Landarbeiters Ulrich, verhasst als Spitzel der Arbeitgeberseite. Diese muss unter Führung des Großbauern Otto Günther der Entlassung Nehls zustimmen, während Ulrich im Dienste des Rittergutes verbleibt.

 

1923    Bau des Anschlussgleises vom Bhf. Gunsleben zur Zuckerfabrik Aderstedt.

 

1924    Errichtung des Denkmals für die Gefallenen des 1. Weltkrieges aus Findlingen mit nachfolgender Einweihung.

 

1925    Gunsleben zählt 656 Einwohner.

 

1925    Stilllegung der gutseigenen Wassermühle. Pächter des Rittergutes ist Otto Brand.

 

1927    In Gunsleben werden Parzellen in einer Kleingartenanlage vergeben.

 

1927    Ein Großfeuer auf dem Rittergut bewirkt große Schäden.

 

1929    Eingemeindung des bis dahin selbständigen Rittergutes.

 

1931    Verpachtung des Schlosses samt Acker an den Großbauern Walter Wrede, der das Rittergut infolge Misswirtschaft und Luxusleben in den Bankrott führt.

 

1932    Landtagswahlen. In Gunsleben stimmen 194 Wahlberechtigte für SPD und KPD, 127 für die NSDAP.

 

1932    Ende der Wredischen Misswirtschaft nach Verkauf des Rittergutes durch Burchard an die Zuckerfabrik Klein Wanzleben für 350.000 RM. Herr Kreyer (Helmstedt) wird als Verwalter eingesetzt.

 

1933    Verpachtung des Rittergutes an Fritz und Paula Meyer.

 

1933    Reichtagswahlen. In Gunsleben stimmen 238 Wahlberechtigte für die NSDAP, 89 für die SPD und 24 für die KPD.

 

1933    Machtergreifung Hitlers. Auch in Gunsleben bilden sich mehrere faschistische Organisationen.

 

1935    Errichtung des RAD-Lagers. Die RAD-Mitglieder beginnen mit Spatenarbeiten im Großen Bruch (RAD: Reichsarbeitsdienst).

 

1937    Anlage eines Sportplatzes in der „Sandkuhle“.

 

1937    (03.07.) Geburt Fritz Uehrs, der sich als Heimatforscher, Ornithologe, Naturschutzbeauftragter und Bürgermeister Gunslebens einen Namen macht.

 

1938    Der MTV Gunsleben feiert sein 50-jährige Bestehen mit einem Umzug. 

 

1939    (01.09.) Beginn des 2. Weltkrieges. Nach dem siegreichen Polenfeldzug werden deportierte Zwangsarbeiter aus Polen auch in den landwirtschaftlichen Betrieben Gunslebens eingesetzt.

 

 

1943    Beginn der Luftangriffe durch britische und US-amerikanische Bomberverbände auf Oschersleben (AGO-Werk). Gunsleben wird von den alliierten Bomberverbänden mehrfach überflogen. Tieffliegerangriffe auch auf Eisenbahnzüge auf der Strecke zwischen Oschersleben und Jerxheim.

 

1944    Ein abgeschossener britischer Bomber vom Typ „Lancaster“ stürzt in der Feldmark Gunsleben, in mehrere Teile zerlegt, ab. Die achtköpfige Besatzung findet den Tod und wird auf dem Friedhof Gunslebens beigesetzt. Ein schlichtes Holzkreuz mit der Aufschrift „Hier ruhen acht Gefallene der RAF“ (Royal Air Force) erinnerte an das Geschehen.


1944    Gunsleben wird zur „Verteidigung“ hergerichtet, im Verlaufe der Hauptstraße werden zwei Panzersperren erbaut, die vor Eintreffen der US-Amerikaner wieder beseitigt werden.

 

1944    Die Firma Klautschke aus Berlin (Feinmechanik) wird nach Gunsleben evakuiert und produziert in der heutigen Sporthalle weiter. Nach Kriegsende erfolgt der Umzug nach Oschersleben.

 

1945    Evakuierte, Flüchtlinge und Vertriebene lassen die Einwohnerzahl Gunslebens auf 1185 Personen ansteigen.

 

1945    Im März hält ein Zug mit KZ-Häftlingen auf dem Bahnhof Gunsleben. Ein verstorbener Häftling wird ausgeladen und hinter dem Waagehäuschen an der Ladestraße begraben.

 

1945    Im April kommt ein Versorgungszug des deutschen Heeresversorgungsamtes auf dem Bahnhof Gunsleben zum Stehen. Der Zug, u.a. beladen mit Mehl, Zucker, Butter, Schokolade, Spirituosen, Zigaretten sowie weiteren Nahrungs- und Genussmitteln, wird nach Abzug der Begleitmannschaft von den Einwohnern Gunslebens und benachbarter Orte geplündert.

 

1945    Ende des 2. Weltkrieges und Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8.5. in Berlin-Karlshorst. Am 11.4. besetzen US-amerikanische Truppen Gunsleben, die am 29.5. von britischen und am 2.7. von sowjetischen Einheiten abgelöst werden. In Umsetzung der Beschlüsse der Krimkonferenz der Alliierten (vom 4. bis 11.2.1945) kommt Gunsleben zur Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), der späteren DDR. Die Verwaltung der SBZ übernimmt die SMAD (Sowjetische Militäradministration).

 

1945    Während der Besetzung durch britische Truppen wird das RAD-Lager Gunslebens in ein Gefangenenlager für deutsche Wehrmachtsangehörige umgewandelt. Gleichzeitig schützen die britischen Soldaten die deutsche Zivilbevölkerung vor Racheakten der nun befreiten Fremdarbeiter.

 

1945    Mit Abzug der britischen Truppen wird das Kriegsgefangenenlager aufgelöst. Die auf dem Friedhof Gunslebens beigesetzten Gefallenen der Royal Air Force werden exhumiert und in ihre Heimat überführt.

 

1945    (03.07) Einmarsch der Roten Armee in Gunsleben

 

1945    (03.07)  Abriss des Reichsarbeitslager (RAD) durch die Russen

 

1945    Schließung der Demarkationslinie zwischen der britischen und sowjetischen Besatzungszone für den privaten Verkehr durch die Rote Armee.

 

1945    (01.07.) Einstellung des Zugverkehrs zwischen Gunsleben und Jerxheim.

 

1939 - 1945    Auf den Schlachtfeldern des 2. Weltkrieges verloren 37 aus Gunsleben stammende Wehrmachtsangehörige ihr Leben.


1945    Im Zuge der Bodenreform werden Bauern mit mehr als 100 Hektar Nutzfläche entschädigungslos enteignet. In Gunsleben betrifft das die Bauern Strube mit 65 ha, Wrede mit 64 ha, Mosel mit 21 ha und das Rittergut mit 204 ha. Da die zu enteignenen Bauern alle unter 100 Hektar lagen, wurden sie zu Naziaktivisten erklärt. Nach Überführung der enteigneten Fläche in einen staatlichen Bodenfonds übernimmt auch in Gunsleben eine Bodenkommission die Parzellierung des  Bodenfonds sowie die Bodenvergabe an 44 landarme Bauern, Umsiedler, Flüchtlinge und Vertriebene.

 

1945    Flucht der Rittergutspächter Fritz und Paula Meier nach Westdeutschland. Später folgen weitere nicht enteignete Bauern, wie z.B. Werner Günsche.

 

1945     Das Schloss wird nach der Enteignung anfangs in Teilen als Wohnraum genutzt, dem sich später eine kommunale Nutzung als Schule und Kindergarten (ab 1950) anschließt..

 

1947    Mit der Verschärfung des kalten Krieges wird in der „Kaiserschen Villa“, heute Haus der Familie Röthig, eine Grenzpolizei-Einheit stationiert .

 

1947    Das Stellwerk „Gw“ (Gunsleben West) wird zu einem Beobachtungsposten umfunktioniert, von dem aus die Grenzsicherungskräfte das Geschehen auf dem Bahnhof Gunsleben verfolgen können.

 

1948    Der Prozess der Bildung von Ortsgruppen der wieder zugelassenen Parteien und Massenorganisationen ist auch in Gunsleben abgeschlossen.

 

1948    (23.06.) Währungsreform im Gefolge des gleichen Vorganges in den Westzonen. Die bisherige Reichsmark (RM) wird im Verhältnis 1:10 abgewertet. Die bisherigen Banknoten finden zwar weiter Verwendung, sind aber mit einem Coupon versehen. Die Aktion findet im Gasthaus Junge statt.

 

1949    (15.-16.05.) Wahlen zum Deutschen Volkskongress. Zu bestätigen ist eine Einheitsliste. Derartige „Wahlen“ ohne eine Auswahlmöglichkeit werden bis zum Ende der DDR veranstaltet.

 

1949    (07.10.) Gründung der DDR, damit auch politische Spaltung Deutschlands.

 

1950    (08.02.) Bildung des Ministeriums für Staatssicherheit. Beginn der Bespitzelung und Überwachung auch Gunsleber Bürger durch eine deutsche Behörde, nachdem das bis dato dem sowjetischen NKWD oblag. Auch in Gunsleben gewinnt die „Stasi“ Mitarbeiter und Sympathisanten.

 

1952    (16.05.) Gunsleben wird in die 5 km-Sperrzone eingegliedert.

 

1952    (27.05.) Gründung der SG „Philipp Müller“ Gunsleben.

 

 

1952    (29.05./07.06.) Durchführung von Aussiedlungsaktionen, die auch Einwohner Gunslebens betrifft. Nach sowjetischer Vorgabe muss der Befehl 38/52 von den DDR-Behörden umgesetzt werden, um politisch unzuverlässige Bewohner zwangsauszusiedeln.

 

 

1952    (07.06.) Unter dem diskriminierenden Decknamen „Aktion Ungeziefer“ werden die Familien Richard Heine, Jochen Schrader mit jeweils drei, die Familie Holburg mit zwei Personen sowie die beiden Schwestern Hildebrandt mit dem Lebenskameraden einer Schwester zwangsdeportiert, der Heimat beraubt und einer ungewissen Zukunft überlassen.

 


 

Ein Zeitzeuge erinnert sich

 

Hans-Georg Heine, Sohn von Hilde und Richard Heine, die in der Hauptstraße 44 einen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschafteten, erinnert sich an den 7. Juni 1952: 

„Morgens um 7.30 Uhr, es war ein Sonnabend, kamen drei Uniformierte, der damalige Bürgermeister  und drei weitere Personen auf unseren Hof und verkündeten im Kommandoton, dass wir zu unserem eigenen Schutz bis Mittag die Sperrzone zu verlassen hätten. Auf dem Hof standen einige Lastwagen, um die Möbel und einige persönliche Sachen aufzunehmen. Dann kamen weitere Leute aus dem Dorf, die beauftragt waren, beim Verladen von Hausrat und Möbeln zu helfen. Einwände und Diskussionen unsererseits erwiesen sich als zwecklos und wurden brüsk abgewiesen. Auf dem Bahnhof ging das makabre Spiel weiter. Dort versprachen die Agitatoren aus Gunsleben, dass hinsichtlich unserer Unterbringung  im neuen Wohnort alles organisiert sei. Der Name des neuen Wohnortes wurde uns allerdings nicht mitgeteilt. Um 20 Uhr setzte sich der Zug, bestehend aus Personen- und Güterwagen, in eine uns unbekannte Richtung in Bewegung. Am 8. Juni kamen wir in Stehla (damals Kreis Bad Liebenwerda) an. Auf einem Bauernhof wurde uns eine Wohnung zugewiesen. Von dort aus sollten wir nach Polen ausgewiesen werden. Unter diesen Umständen war uns ein weiterer Verbleib in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) nicht mehr zuzumuten. Am 15. Juli 1952 setzten wir uns nach Westberlin ab. Nach der Notaufnahme in Westberlin wurden wir nach Nordrhein-Westfalen ausgeflogen. Nach 37 Jahren habe ich mein Heimatdorf Gunsleben legal erst 1989 wiedergesehen.“


 

 1952    In Ostberlin findet eine Bauernkonferenz statt, an der auch der mit dem Titel „Meisterbauer“ ausgezeichnete Kurt Großer aus Gunsleben teilnimmt.

 

1952    (01.06.) Anordnung zur Gewährung einer 15%igen Sperrzonenzulage zu Löhnen, Renten und Gehältern zur Beruhigung der Bevölkerung.

 

1952    (08.06.) Gunsleben wird „Dorf des Friedens“.

 

1952    (09. - 12.07) 2. Parteikonferenz der SED - Beschluss über den Aufbau des Sozialismus auf dem Lande und damit Beginn der Zwangskollektivierung, der sich auch Bauern Gunslebens durch Flucht in den Westen entziehen.

 

1952    (14.08.) Gründung der LPG Phillip Müller Gunsleben, Typ I, mit anfänglich neun Mitgliedern. Erster LPG-Vorsitzender wird Fritz Holley.

 

1952    (23.07.) Durchführung einer Gebiets - und Verwaltungsreform in der DDR, dabei Aufteilung der bisherigen Länder in Bezirke, das Land Sachsen-Anhalt in die Bezirke Magdeburg und Halle. Der Kreis gibt 19 Gemeinden an den wieder geschaffenen Kreis Halberstadt ab und erhält einige Dörfer aus dem Kreis Haldensleben. Gunsleben verbleibt im Kreis Oschersleben.

 

1952    Aufnahme der Unterrichtstätigkeit im Schulkombinat Gunsleben - Neuwegersleben: Klasse 1 bis 4 in Gunsleben, Kl. 5 bis 8 in Neuwegersleben, spätere Umkehr im Schuljahr 1954/55. (Kl. 7 1951/52 in Schlanstedt).

 

1952    Pfarrer Hans-Joachim Borchert nimmt seine Tätigkeit in Gunsleben auf.

 

 

1953    (01.01.) Übergang der LPG Typ I in Typ III. Erweiterung des klassischen agrarischen Produktionsprofils durch Seidenraupenzucht, Legehennenhaltung, Hopfenanbau und  Imkerei sowie Bau einer Hopfendarre

1953    (17.06.) Volksaufstand in der DDR; ohne Auswirkungen in Gunsleben.

 

1955    Auch in Gunsleben gibt es ein Gemeindeaktiv für gesamtdeutsche Arbeit zurzeit des von der DDR-Regierung propagierten Konföderationsgedankekens als Möglichkeit der Wiedervereinigung. Verordnet wird eine Kontaktaufnahme mit der Gemeinde Dobbeln (Kreis Helmstedt).

 

1956    Pfarrer Borchert verlässt Gunsleben, Nachfolger ist Pfarrer Günther Mack.

 

 

1956    Mit einer Katasterfläche von 9 km2 zählt Gunsleben 838 Einwohner.

 

1957    Die Jugend-Kabarett-Gruppe „Die böse 7“ beteiligt sich am Bezirksausscheid.

 

1958    (01.01.) Gunsleben ist erstes vollgenossenschaftliche Dorf im Kreis Oschersleben.

 

1958    (15.01.) Die Dorfakademie Gunsleben nimmt ihre Tätigkeit auf.

 

1958    (10.09.) Die 9. Klasse besucht in Schule in Hamersleben.

 

1959    (04.06.) Der Bürgermeister der Gemeinde Gunsleben lädt den Vorsitzenden der Gemeindevertretung Dobbeln zu einer Studienfahrt nach Leipzig-Markleeberg zum  Besuch der Landwirtschafts-Ausstellung ein (allerdings erfolglos). Noch sind Westkontakte erwünscht.

 

1959    (07.10.) Übergabe der Agrartechnik von der MTS Hamersleben an die LPG Gunsleben.

 

1960    (01.01.) Zusammenschluss der LPG Gunsleben und der LPG Neuwegersleben LPG-Vorsitzender ist jetzt Georg Ganser.

 

1960    (15.08.) Gründung der SG (später SV) 1960 Gunsleben.

 

1960    (01.01.) Die Grundschule Gunsleben wird Tagesschule. Initiator dafür ist der Lehrer Günter Schmidt.

 

1961    (01.08.) Die LPG richtet eine Näh- und Flickstube ein, die auch von der Dorfbevölkerung genutzt werden kann.

  

1961    (13.08.) Bau der Mauer und Abriegelung Westberlins, verbunden mit dem festungsmäßigen Ausbau der Staatsgrenze West. Verschärfung des Grenzregimes. Westkontakte im öffentlichen Bereich sind unerwünscht.

 

1961    (03.10.) Zweite Zwangsaussiedlung Gunslebener Bürger unter dem Decknamen  „Kornblume“, die die Familie Otto Spahl und Inge Fuchs betrifft

 

1964    (02.01.) Ausgabe neuer Personalausweise mit dem Vermerk  „Bürger der DDR“

 

1964    (01.08.) Die neu editierten Banknoten lauten auf die Währungsbezeichnung „Mark Deutscher Notenbank“ (MDN).

 

1964    (01.09.) Die Schüler der 9. Klasse werden ab dato in Wackersleben beschult.

 

1964    (15.10.) Gunsleben wird aus der 5 km-Sperrzone herausgelöst, weil wegen gegebener „Grenzsicherheit“ im betreffenden Grenzabschnitt keine Durchbruchsversuche in Richtung BRD mehr registriert werden.

 

1966    Bildung von zwei „Kooperativen Abteilungen Pflanzenproduktion“  (KAP) mit einmal Gunsleben, Wackersleben und Ohrsleben sowie Hamersleben, Ausleben und Hornhausen.

 

1969    (01.02.) Übergabe eines von der LPG eingerichteten und betriebenen Wannenbades auch zur Mitnutzung durch die Dorfbevölkerung.

 

1969    (31.07.) Schließung der Teiloberschule Gunsleben, die Grundschüler besuchen ab 1.9. die Schule in Wackersleben.

 

1974    (14.09.) Ausgabe neuer Banknoten mit der Währungsbezeichnung „Mark der DDR“  anstelle von MDN.

 

1976    (01.01.) Bildung der LPG Pflanzenproduktion (LPG P) „Wilhelm Pieck“ Hamersleben sowie der LPG Tierproduktion (LPG T) Wackersleben. In beide Betriebe ist Gunsleben integriert.

 

1976    (210.4.) Gunsleben wird Mitglied im Gemeindeverband Ausleben.

 

1976    bis 1980   Fragwürdige Sanierung des Gleiskörpers zwischen Gunsleben und Oschersleben. Die eingebauten Betonschwellen zerbröseln sehr schnell und machen Langsamfahrstrecken notwendig.

 

1979    Ein Orkan deckt das Dach des Kirchturmes ab und fällt die Feldeiche, ein Wahrzeichen Gunslebens.

 

1980    Während des Winters fertigen 20 Frauen der LPG in deren Räumen Büstenhalter für den VEB Miederwaren Staßfurt.

 

1982    (31.12.) Die Scheune auf dem ehemaligen Günsche-Hof (Obere Bergstraße) brennt völlig ab. Ursache: Brandstiftung durch Kinderhand.

 

1989    (07.11.) Rücktritt der DDR-Regierung.

 

 

1989    (22.12.) Öffnung des Brandenburger Tors und der Staatsgrenze zur BRD. Die Einwohner Gunslebens reisen über die Orte Hessen und Roklum nach Niedersachsen ein, um sich in Schöppenstedt das Begrüßungsgeld in Höhe von 100 DM pro Person auszahlen zu lassen.

 

1990    Auflösung der LPG, Rückgabe der Nutzflächen an die Eigentümer. Schrittweise Teilprivatisierung der Gebäude und Freiflächen des Schlosses.

 

1990    Nach dem Tode von Erhard Rohlandt aus Wulferstedt, bisheriger Kreis-Naturschutz-Beauftragter (KNB), wird Fritz Uehr zum Kreisnaturschutzbeauftragten berufen.

 

1990    (18.3.) Erste freie Wahlen zur Volkskammer.

 

1990    (06.05.) Erste freie Kommunalwahlen. In Gunsleben siegt auf der Basis des „Fritz-Uehr-Bonus“ die Demokratische Bauern-Partei Deutschlands, deren Mitglied Fritz Uehr ist, mit 41,76 % der abgegebenen Stimmen.

 

1990    (01.07.) Inkrafttreten der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialreform.

 

1990    (14.10.) Erste freie Landtagswahlen mit der FDP in Gunsleben als Wahlsieger.

 

1991    Nutzung des Sportplatz-Geländes und Umgebung als Mülldeponie durch die Wertstoff-Erfassung und Verwertung Oschersleben (WEVO).

 

1992    (30.05.) Nach 149jähriger Betriebszeit wird der Zugverkehrs zwischen Gunsleben und Oschersleben eingestellt.

 

1992    (06.06.) Gunsleben wird an das zentrale Trinkwassernetz angeschlossen.

 

1992    (29.6.) Letzter Arbeitstag für die Poststelle Gunsleben.

 

1992    (22.07.) Das Ländereinführungsgesetz bewirkt die Wiederentstehung Sachsen-Anhalts als eins der neuen Bundesländer.

 

1992    (03.10.) Die DDR tritt dem Geltungsbereich des Grundgesetzes bei; formale Wiedervereinigung Deutschlands.

 

1992    (12.11.) Versuchter Geldraub in der Kreissparkassen-Filiale Gunsleben.

 

1992    (31.12.) Schließung des Kindergartens Gunsleben.

 

1992    (14.07.) Schließung der Sekundarschule Wackersleben. Die Schüler ab Klasse 5 besuchen ab 1. September die Sekundarschule Ausleben.

 

1992    bis 1993: Abriss der Zuckerfabrik Aderstedt und Demontage des Anschlussgleises zwischen dem Bahnhof Gunsleben und der Zuckerfabrik Aderstedt.

 

1992    (31.12.) Schließung der Kindertagesstätte (Kinderkrippe und -garten)

 

1993    (14.07.) Sieglinde Rahn eröffnet in Gunsleben einen neuen Friseur-Salon.

 

1993    Asphaltierung der L 78 zwischen Gunsleben und Aderstedt.

 

1993    Gunsleben hat 341 Einwohner (162 männlich und 179 weiblich)

 

1994    (18.02.) Todestag Fritz Uehrs.

 

1994    (16.05.) Genehmigung des Gunsleber Wappens durch das Regierungpräsidium Magdeburg.

 

1994    (01.07.) Die Landkreise Oschersleben und Wanzleben fusionieren zum Landkreis Bördekreis, Kreisstadt wird Oschersleben. Gunsleben wird Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hamersleben.

 

1994    Beschluss des Gemeinderates Gunsleben, sich wegen eventueller Spitzeltätigkeit für die Staatssicherheit der DDR überprüfen zu lassen.

 

1994    Der Wirtschaftsweg zwischen Gunsleben und Neuwegersleben wird asphaltiert, Kostenträger ist die WEVO.

 

1995    (06.01.) Großbrand der ehemaligen Schweineställe (Hauptstraße).

 

1995    (12.06.) Die FFW Gunsleben bekommt ein neues Feuerwehrauto.

 

1996    (19.06.) Gründung des Gunsleber Landfrauen-Vereins der im Land-Frauen Kreisverein Oschersleben e.V.  integriert ist.

 

1996    Pfarrer Günther Mack geht in den Ruhestand. Gunsleben wird dem Kirchspiel Hamersleben zugeordnet und von Pfarrer Dr. Martin Schulz betreut.

 

1995    Gunsleben hat 337 Einwohner.

 

2000    (18.02.) Gründung des Jugend- und Feuerwehr-Fördervereins Gunsleben.

 

 

2001    (27.06.) Schließung der Grundschule Wackersleben, die Grundschüler aus Gunsleben besuchen ab Schuljahr 2001/02 die Grundschule Hamersleben.

 

2002    (01.01.) Einführung des EURO.

 

2003    (März) Der neue Besitzer des Speichers, Karl Friedrich Förster aus Lemgo (NRW), veranstaltet im teilrenovierten Speicher ein für die Einwohner. Gunslebens offenes Fest mit dem Titel „Auferstanden aus Ruinen“.

 

2004    (01.01.) Fusion der Verwaltungsgemeinschaften Hamersleben und Gröningen zur VG „Westliche Börde“, Sitz Gröningen.

 

2004    (06.01.) Irmgard Heine, Vorsitzende der Ortsgruppe des Landfrauenbundes, wird zum Neujahrsempfang des Bundespräsidenten Rau eingeladen.

 

2004    (01.06.) Zusammenschluss der Gemeinden Gunsleben, Hamersleben und  Neuwegersleben zur Gemeinde „Am Großen Bruch“.

 

2004    (01.07.) Zweite Gebiets - und Verwaltungsreform in Sachsen-Anhalt. Die Landkreise Ohrekreis und Bördekreis fusionieren zum Landkreis Börde. Kreisstadt wird Haldensleben.

 

2006    (10.10.) Das Buch „Der lange Weg zum Bördekreis“, Autor Dietmar Buchholz, wird  in Oschersleben der Öffentlichkeit präsentiert.

 

2007    (08.09.) Versteigerung des alten Inspektorhauses; Erwerber ist Gregor Katzer. Versteigerung des Schlosses mit Schlosspark; Erwerber ist Robert Glass.

 

2008    Asphaltierung der Landstraße L 78 nach Wackersleben.

 

2008    (23.08.) Wohnungsbrand im Haus von Markus Buchholz, Untere Bergstraße.

 

2008    Gunsleben hat 269 Einwohner.

 

2010    (01.01.) Die Gemeinde Wulferstedt tritt der Gemeinde Am Großen Bruch bei. Die Verwaltungsgemeinschaft Westliche Börde wird zur Verbandsgemeinde gleichen Namens. Die Gemeinden Am Großen Bruch und Ausleben sowie die Städte Gröningen und Kroppenstedt (jeweils mit ihren Ortsteilen) sind die Mitglieder dieser Verbandsgemeinde.

 

2010    (26.06.) Der SV 1960 Gunsleben feiert sein 50-jähriges Bestehen.

 

2010    (15.11.) Dietmar Buchholz erhält in Leipzig für sein heimatgeschichtliches Schrifttum den Mitteldeutschen Historiker-Preis.

 

2011    28.04.  Dietmar Hobohm tritt von seinem Amt als Bürgermeister der Gemeinde Am Großen Bruch zurück

 

2011    (02.07). Sportverein und Feuerwehrförderverein richten im Schlosspark das Sommerfest aus

 

2011    10.07. Eva Stroka wir als neue Bürgermeisterin der Gemeinde Am Großen Bruch gewählt.

 

2011    25.07. Die Gunsleber Landfrauen fertigen ihre letzte Erntekrone.

 

2011    (15.09.) Übergabe des renovierten und modernisierten Dorfgemeinschaftshauses.

 

2012    (04.01.) Sitzung des Vorbereitungskomitees zur Gestaltung der 900-Jahrfeier.

 

2012    (21.04.) Großer Frühjahrsputz im Schlosspark durch zahlreiche Gunsleber/innen

 

2012    (11.05.) Festgottesdienst, anschließend Eröffnung der Heimatausstellung im Schloss

 

2012    (01.06.) Festveranstaltung der Landfrauen im Rahmen der 900-Jahrfeier

 

2012    (14.07.) Der SV 1960 Gunsleben und der Feuerwehrförderverein richten im Park das             Sommerfest im Rahmen der 900-Jahrfeier aus.

 

2012    (15.07.) Historischer Festumzug im Rahmen der 900-Jahrfeier.

 

2012    (26.09.) Auf dem Dorfplatz wird ein Gedenkstein anlässlich des 900-jährigen Dorfjubiläums eingeweiht.

 

2012    (02.10.) Enthüllung einer Gedenktafel an die Gefallenen beider Weltkriege in der Kirche.

 

2012    (30.10.) Der Ex-Gunsleber Bernd Junge spendet dem SV 1960 Gunsleben 500 €, die er
bei einem Gewinnspiel des Mitteldeutschen Rundfunks gewonnen hat.

 

2013   (15.12.)   Der SV 1960 Gunsleben und Feuerwehrförderverein laden auf dem Hof des Dorfgemeinschaftshauses zum ersten Gunsleber Weihnachtsmarkt ein. 

 

2013    (06.07.) Der SV 1960 Gunsleben und der Feuerwehrförderverein richten im Park das Sommerfest aus.

 

2013    (0?.04.) Inbetriebnahme der Pumpstation des Trink- und Abwasserverbandes Börde (TAV)

 

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2022    (17.12.)    Todestag Dietmar Buchholz  †  (Lehrer, Autor, Heimatforscher, Umweltpreisträger)